Drei Nächte Bangkok und die Mäuse tanzen auf den Betten

Am Morgen ging es dann also mit der Fähre von den wundervollen Phi Phi Islands nach Krabi. Da der von uns bestellte Pick Up Service am Pier in Krabi nirgends zu sehen war, liefen wir auf eigene Faust Richtung Unterkunft.
1. Grund: Beim Laufen bekommt man einfach viel mehr von seiner Umgebung mit.
2. Grund: Die Taxifahrer boten so aggressiv ihre Dienste an, dass wir schon prinzipiell keine Lust hatten, sowas zu unterstützen.
Ohne größere Probleme erreichten wir unsere sehr günstige und durchaus nette Bleibe.
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Die Duschen befinden sich einfach zu 90% mitten im Klo.

Was uns dann jedoch (Gott sei Dank noch) auffiel, schockte uns erst einmal ganz gut:
Unser Flug nach Bangkok ging schon um 12 Uhr des Ankunfttages und nich erst wie in unseren Köpfen am Folgetag. Die freigesetzten Endorphine auf Phi Phi haben unserem Geist wohl einen Streich gespielt, damit wir länger dort bleiben. Da es aber schon nach 1 war, hieß es Schadensbegrenzung betreiben. Weil unser „Luxus“-Hotel in Bangkok schon für diesen Tag gebucht war und am nächsten Tag eine bereits bezahlte Fahrrdtour anstand, checkten wir kurzer Hand verfügbare Flüge. Der Bus hätte einfach zu lange gebraucht. Glücklicherweise hatte Nok Air auch spontan noch sehr günstige Flüge, so dass wir inklusive 5-Stunden-Unterkunft und verpassten Flug vielleicht 55 Euro zahlten. Also alles kein Beinbruch.
Da für unsere eigentliche Tagesplanung nun natürlich keine Zeit blieb, schlenderten wir einfach mal in Richtung Wasser.
Dort fanden wir dann ein schön gelegenes Raustaurant, wo wir die Chance nutzten noch einmal Fisch zu essen. Jorinas frittierte Krabben stellten sich dabei allerdings als ziemlich hartnäckige Gegner heraus, so dass jeder Happen eine hart erarbeitete Mahlzeit war. Ein Glück, dass sie nicht mehr zuschnappen konnten. Mein Seerfisch ließ sich hingegen mühelos verspeisen.

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Nach dem Essen holten.wir unsere Sachen und setzten uns in den Localbus zum Flughafen, von wo aus es dann mit kleiner Verzögerung nach Bangkok ging.
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Gegen Ende des Fluges wurde uns von einer Stewardess überraschenderweise eine braune Tüte mit sehr leckerem Gebäck und etwas Wasser überreicht. Das seltsame daran war, dass wir scheinbar die einzigen waren, die diesen Service genießen durften. Aber wir saßen ja auch auf Premiumplätzen ohne diese zu buchen. Vielleicht ein automatisches Upgrade, wenn man zwei Flüge am Tag bucht. Aber so sind sie halt die coolen Kids.

Vom Flughafen aus fuhren wir dann mit dem Bus und anschließend mit dem Skytrain in Richtung Royal Princess. Die letzten 2 km liefen wir dann wieder, was sich auch wieder mal lohnte. Obwohl es schon relativ spät war und an anderen Orten längst die Bürgersteige -sofern es denn überhaupt welche gibt- hochgeklappt worden wären, gab es hier noch leben auf den Straßen, so dass wir noch den oder anderen Happen zu uns nahmen. Kurz vorm Ziel endete dann irgendwann die kleine Gasse, auf der wir uns befanden und es kreuzten Schienen unseren Weg.

Genau an dieser Ecke wunderten wir uns vor fast 3 Wochen wieso die Menschen hier von einer Seite zur anderen hüpften. Nun ist es klar, es ist einfach der reguläre Weg. Auf der anderen Seite erwartete uns dann eine Art Großmarkt mit Obst, Gemüse, Frischfleisch (was ist eine Kühlkette?) und teilweise so frischem Fisch, dass die armen Viecher noch nach Luft japsten bis ihnen der Kopf… Ihr wisst schon. Jedenfalls waren wir wieder einmal irgendwohin geraten, wohin sich sonst wohl niemand hin verirrt. Wir fanden es großartig und packten gleich einen Satz Bananen ein.

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Am Hotel öffnete uns dann der Concierge die Tür als wir ankamen. Mal eine ganz neue Erfahrung auf dieser Reise. Dementsprechend sahen dann auch die Zimmer aus. Braucht man jetzt nicht wirklich, aber war dennoch nett.
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Es gab sogar beleuchtete Schränke…
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Früh am Morgen ging es dann mit dem Taxi zu der gebuchten Fahrradtour durch Bangkok. Obwohl wir eine Wegbeschreibung in Thai hatten, traute es sich erst de dritte Fahrer zu uns zum Zielort zu bringen. Paradoxerweise spricht hier kaum ein Fahrer Englisch. Da am Morgen teilweise kaum was ging, brauchten wir für 17 km knapp eine Stunde. Mit Taximeter (immer darauf bestehen oder eins der anderen zig tausend Taxis nehmen) kostete uns die Fahrt keine 4 Euro.
Am Office angekommen begrüßte uns herzlich unser Guide, Mr. T(ea) und gab uns, nach Eintreffen der weiteren Teilnehmer (zwei Deutsche und eine jamaikanische Belgierin), unsere Räder.
Durch teilweise so schmale Gassen, dass kaum der Lenker durchpasste, erreichten wir unser erstes Ziel. Eine der zahlreichen armen Communities. Obwohl die Menschen in sehr bescheidenen Verhältnissen leben, begrüßten sie uns freundlich, winkten oder schafften lächelnd Platz damit wir überhaupt durchkamen. Irgendwann stoppten wir an einem nicht staatlich geförderten Kindergarten, der sich ausschließlich von Spendengeldern finanziert. Beim Betreten des Klassenraums strahlten uns die Kinder mit leuchtenen Augen an, winkten und riefen uns ein fröhliches „helloooo“ zu. Herrlich! Die Lehrerinnen zeigten den Kids ein paar Übungen und alle machten begeistert mit. Am Ende hatten alle einen Riesenspaß daran uns High-Fives zu geben und uns so zu verabschieden.
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Als nächsten zeigte man uns eine Salzfabrik und erklärte uns die Abläufe so detailiert, dass man sich vorkam als wäre man live bei der Sendung mit der Maus. Wir durften das Salz probieren und sogar mit anpacken. Aus dem Wasser, was vom Salz getrennt wird, wird im Übrigen Tofu gemacht. So als netter Fakt am Rande für die Veggiefraktion.
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Danach ging da es dann über den Fluss mitten in die Lunge von Bangkok.
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Einfach ein paradiesischer Ort in Mitten einer riesigen Stadt. Nachdem man über ziemlich schmale Straßen mitten durch den Dschungel fuhr, erreichten wir einen super schönen Park, der wohl auch von vielen Einheimischen zur Erholung genutzt wird. Dagegen schmiert der Central Park in New York mal sowas von ab. Im Park fütterten wir noch ein wenig die Fische.
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Dann ging es zum Mittagessen:
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Danach war unsere Fahrt schon fast zu Ende und wir machten ein letztes mal Halt. Unser Guide erzählte uns in Kurzform die Geschichte Buddhas, was es mit dem Tempeln, Schreinen und verzierten Bäumen auf sich hat und wie die einzelnen Religionen hier zusammen kompiniert gelebt werden. Wir hatten sogar das große Glück in den Tempel hinein zu dürfen. Dieser steht normalerweise wohl keinem Touri sonst offen.
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Am Pier angelangt, mussten wir noch ein paar Minuten auf unser Boot warten und hatten so Gelegenheit den Thais bei einer Schachvariante zuzuschauen:
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Von der anderen Uferseite aus waren es noch 5 Minuten zum Office. Von dort aus teilten wir uns ein Taxi mit den anderen Deutschen zum Grand Palace. Dort angekommen trafen wir auf eine Invasion Chinesen. Scheinbar ist irgendwo in der chinesischen Mauer ein Loch, durch das alles, was eine Kamera oder Sonnenschirm hat, durchgeschlüpft ist. Schrecklich. Ohne Rücksicht auf Verluste wird sich vorgedrängelt, zwischengequetscht, ins Bild gestellt oder sonst was. Es ist zwar ein Kopf an Kopf Rennen, aber ich sehe zurzeit leichte Vorteile in Sachen unverschämtetes Tourivolk gegenüber den Russen, die auf den Similan Islands ihren Höhepunkt hatten. Naja… jedenfalls hatten wir genug von außen gesehen und sparten uns die 12,50 Euro für den Eintritt.
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Danach liefen wir zum Wat Pho, um zumindest ein paar der örtlichen Tempel aus der Nähe zu sehen. Nicht, dass wir nicht schon hunderte besichtigt hätten…

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Danach guckten wir uns die große Tempelanlage auf der anderen Flussseite an. Allerdings nur aus der Ferne, da dort saniert wird.

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Nun ging es über einen Markt für Gewürze, Obst und Gemüse zum Blumenmarkt.

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Zum vorläufigen Abschluss des Tages schlenderten wir über einen Markt, der irgendwie in eine enge Gasse gequetscht wurde und vorallem Textilien, aber auch jeglichen anderen Krams zu bieten hatte.

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Dieser Weg führte und schließlich nach Chinatown, wo wir noch zu Abend aßen und dann zurück zum Hotel tingelten.

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Dazu positionierten wir uns clevererweise so, dass wir direkt in Fahrtrichtung nach Hause standen. Ansonsten wäre das Taxi wohl noch durch halb Bangkok gefahren, wegen der vielen Einbahnstraße. Wieso ich Euch das erzähle? Der Weg zum strategisch günstigen Punkt war einfach genial: Der zu dieser Zeit super krasse Verkehr machte eine Überquerung der Straße nahezu unmöglich… also zumindest bis ein leicht knochiger Thai einfach mal loslief, seinen Arm austreckte als hätte er Yoda einst von der Macht berichtet und damit tatsächlich komplett den Verkehr aufhielt. Jeder Jedi wäre vor Neid erblasst. Leider haben wir kein Bild, wo er es gerade in Perfektion ausführt (dieses Prozedere lief mehrere Straßen), aber ich hoffe man erahnt, wie unendlich cool das war.

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Kurz frisch gemacht, ging es noch zu Fuß zum Schlemmen und shoppen auf die Khosan Road.

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Ich schwöre hoch und heilig, dass wir einfach nur ein paar mal in die Kokosnuss gebissen haben und das dabei heraus kam:
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Der nächste Tag startete dann mit Poolaction bevor es noch einmal Richtung Khosan ging.

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Dort legten wir u.a. einen Spartag mit Fuß- und Thaimassage hin. Eine Stunde später und keine 5 Euro ärmer ließ sich Jorina noch für 2,50 die Haare schnibbeln.
Nach dem Essen ging es zum Duschen und Umziehn und danach nach Patpong. Eine Mischung aus Nachtbasar und Rotlichtmileu.

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Hier trafen wir auch auf diesen Goldfinger. Hat er den Colt versteckt?

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Von dort aus ging es auf eine der zahlreichen Skybars. Wir entschieden uns für die Bar vom Sofitel Hotel Bangkok, was auf jeden Fall die Richtige Entscheidung war.
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Zum Abschluss gingen wir dann noch in die kleine Kneipe Wongs Place, die erst dann aufmacht, wenn alle anderen schon schlafen. Scheinbar waren wir sogar zu früh, da wir die einzigen Gäste waren. Wir konnten uns aber gut vorstellen, dass dort mit mehr Publikum ordentlich die Lutzie abgeht. Vor uns waren scheinbar auch schon ein paar Zecken da…
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Als wir zurück zum Hotel kamen, trauten wir unseren kaum. Die Koffermaus Karl hatte unsere gesamten Biervorräte ausgetrunken und schlief nun friedlich in seinem Bettchen. Irgendwann kriegt die Stadt sie alle.
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Am Abfahrtstag chillten wir noch was am Pool bis es auf nach Mumbai ging. Wir gönnten uns auf dem Weg nochmal die Dinge, die wir zu lieben lernten und verdrückten die ein oder andere Träne, da wir dieses tolle Land nun verlassen mussten.

Mal sehn, was uns in Indien noch so erwartet. Kakunkaap Thailand!

Sonnige Grüße
Euer Timo

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2 Kommentare zu “Drei Nächte Bangkok und die Mäuse tanzen auf den Betten

  1. Herzlich Willkommen zurück im schönen Deutschland!
    Die Bilder dokumentieren eindeutig ein unvergessenes
    Erlebnis!
    Aber das Ding mit der Kokosnuss, das glaubt selbst Ihr nicht 😉
    Oder??? ……. mal ehrlich. 🙂
    Der Stefan

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