Holi Mumbai

Wie angekündigt wollen wir unseren letzten Beitrag zusammen schreiben und wechseln uns daher immer mal wieder ab, damit Ihr unseren letzten Tag in Indien auch aus beiden Perspektiven miterleben könnt.

Den Anfang übernimmt die Dame, deren Lächeln so hell aus ihrem Innersten erstrahlt, dass dies schon ausreicht, um fremde Menschen glücklich zu machen. Später werdet Ihr wissen, was ich damit meine:

Jorina

Vielen Dank für die Blumen, lieber Timo, doch beobachtete besagter Fremder diese Gabe nicht bei mir allein. Ihr werdet sehen bzw. lesen.

Unser Abflug von Bangkok führte uns -ganz überraschend- in eine Maschine von Indian Air. Wie der Name der Airline bereits vermuten lässt, befanden sich an Bord fast ausschließlich Indianer… äh ich meine Inder. Schnell befanden wir uns im Gespräch mit unserem freundlichen Sitznachbarn. Dieser war der Meinung, dass man Whisky-Cola mit einer ordentlichen Portion Nüssen konsumieren sollte und sorgte demnach beim Steward für reichlich Nachschub.

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Nachdem wir uns erklären mussten, warum weder unsere Hochzeit bevorstand noch die Planung von vier Kindern (mein Angebot von zwei Kindern wurde als nicht ausreichend abgelehnt), stellten wir noch kurz klar, dass wir trotz unserem offensichtlich jugendlichem Erscheinungsbild nicht 16 und 19 Jahre alt sind. Das Kompliment war jedoch sehr schmeichelhaft. Netterweise wurden wir aufgeklärt, wie das Taxisystem am Flughafen funktioniert, sodass wir in guter Hoffnung waren, eine günstige Fahrt in die Stadt zu buchen. Neben den Taxametern gibt es am Flughafen nämlich noch sogenannte Prepaidtaxis: Man gibt den Zielort am Ticketschalter an, zahlt den entsprechenden Betrag und erhält anschließend für den Taxistand eine entsprechende Quittung. Den Rest des Flugs verbrachte ich Dank der guten Drinks in einem angenehmen Schlaf.

Timo

Von dem komfortablen Kissen, weswegen sie so gut schlief, spricht sie natürlich nicht… typisch! 😉 Aufgrund des netten Tipps, buchten wir am Prepaidtaxi-Schalter eine Fahrt zu unserem Hotel. Im Nachhinein sollte sich herausstellen, dass auch die 790 Rupien (ca. 10 €) für das Taxi leicht zu teuer waren, aber zum einen ist dies Meckern auf hohem Niveau und zum anderen konnten wir schlecht sagen, dass uns das zu teuer war; es war schließlich mitten in der Nacht und die Alternativen sehr überschaubar. Mit der Quittung, der die Nummer unseres Taxis enthielt, liefen wir zum Taxistand, wo wir zu unseren Taxi geführt wurden.

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Da Jorina in weiser Voraussicht unser Hotel schon bei Googlemaps markiert hatte, fiel uns irgendwann auf, dass wir schon ein gutes Stück zu weit gefahren sind. Auf die Frage, ob er denn wisse, wo unser Hotel liege, antwortete unser Fahrer mit einem trockenen „no“, uff. Ok, Buchungsbestätigung mit Adresse herausgekramt und abgegeben… Danach fragte sich der gute Mann von Taxi zu Taxi durch, so dass wir immer ein Stückchen näher herankamen (unter dem Vorbehalt, dass der Mapspunkt richtig gesetzt wurde, da haben wir nämlich auch schon anderes erlebt). Auffällig war, dass außer den Taxis, kaum ein Mensch unterwegs war. Auf den Straßen weder Menschen, noch irgendwelche Stände. Wir fragten uns ganz PURistisch  „Wo sind all die Indianer hin?“. Jedenfalls entdeckten wir irgendwann zwischen einer Häuserschlucht das Schild des Hotels und die kleine Irrfahrt hatte ein Ende. Da sich der Fahrer sehr bemühte, spendierten wir ihm noch ein sehr großzügiges Trinkgeld bevor wir im Hotel eincheckten.
Obwohl alle Angestellten gerade ein Nickerchen hielten als wir anklingelten, kamen wir noch hinein und konnten zum Check In übergehen. Dieser gestaltete sich überraschenderweise ziemlich bürokratisch. Bei den ganzen Daten, die dort aufgenommen wurden, könnte sich das deutsche Beamtentum fast noch eine Scheibe abschneiden. Wir müssen es ja wissen! Jedenfalls kamen wir nun endlich ins Bett. Als nächstes stand schließlich wieder einmal ein langer und laufintensiver Tag an.

Am nächsten Morgen sah das Bild schon ganz anders aus. Überall wuselten Menschen hin und her. Die Straßen waren voll mit Autos und am Straßenrand reihte sich Verkaufsstand an Verkaufsstand. Dieses Indien könnte uns doch gefallen… Direkt am Anfang unseres Weges entdeckten wir einen Stand, der Milchshakes anbot. Nicht einmal 40 Cent pro Shake musste man in die Hand nehmen und wieder einmal hatten wir voll ins Schwarze getroffen: Ein kulinarischer Genuss!

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Danach hielten wir bei einem Sandwichladen und bestellten irgendetwas mit Masala. Schmeckte auf jeden Fall super und kostete mal wieder fast nichts. Der nächste Sandwichladen entpuppte sich leider als Schwindelbude: Wir bestellten was mit Käse und Chutney, aber bekamen ein läppisches Toast, welches mit Schokosoße ertränkt wurde. Zu allem Überfluss war dies auch noch ein ziemlich teurer Schokobrunnen. Naja… ma hat ma Glück, ma hat ma Pech, Mahatma Gandhi!
Auf dem Weg zum Gateway of India passierten wir die St. Thomas Cathedral, das älteste englische Gebäude in Mumbai. Den Namen Mumbai verdankt die Stadt im Übrigen der regionalen Göttin Mumbadevi. Und wer sich fragt wieso Mumbai und nicht Bombay… Im 16. Jahrhundert hatten die Portugiesen der Stadt diesen Namen gegeben. Bombay heißt so viel wie „gute Bucht“. Die indischen Behörden fanden den Namen aber wohl nicht kreativ genug, so dass sie 1995 beschlossen hatten, ihre Stadt nun auch offiziell Mumbai statt Bombay zu nennen.

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Aber genug Geschichte, weiter geht’s:

Jorina
…Noch nicht ganz: Die Kirche, die ihr auf dem Bild seht, wurde 1718 vor dem Hintergrund der zunehmenden britischen Besiedlung als erste anglikanische Kirche Mumbais fertiggestellt. Aber nun wirklich genug von Geschichte. Nachdem wir einen Blick auf und in die Kirche geworfen hatten (die abgesehen von diversen Ventilatoren an der Decke unseren christlichen Kirchen sehr ähnelte), zog es uns Richtung Gateway of India. Auf dem Weg dorthin wurden wir von einem Inder zu einer Tasse Tee eingeladen. Da der Fremde uns auf offener Straße einfach ansprach und wir schon viel von den asiatischen Verkaufsmaschen hörten, blieben wir skeptisch und lehnten höflich ab. Der Inder ließ jedoch nicht locker und beteuerte, dass er wirklich keine Verkausfabsichten hatte. Da die Richtung eh stimmte, entschlossen wir uns, mit ihm zu gehen. Jee stellte sich als wahre Inspiration heraus. Als Joga- und Meditationslehrer sei es ihm ein Anliegen, der Gesellschaft ein Stück Glück und Glücksehligkeit zurückzugeben. In dem Lächeln von Timo und mir habe er sofort eine innere Schönheit entdeckt, die ihn spontan dazu veranlasste, uns zu einer Tasse Tee (und letztendlich sogar zum Mittagessen) einzuladen. Fremde, die einfach nur nett sein wollen, trifft man viel zu selten. Aber Timos ehrliches Lächeln, welches ihm innerhalb weniger Stunden schon zum zweiten mal attestiert wurde, ist auch einfach bestechend… Jee schrieb uns sogar eine Route zur Besichtigung diverer Sehenswürdigkeiten samt Busanbindung auf, sodass wir -gesättigt vom Essen und der positiven Ausstrahlung und Offenheit eines wildfremden Menschens- positiv unserem Kurzaufenthalt in Indien entgegenblicken durften.

Timo

Nach diesem tollen Treffen wollten wir vor der Weiterfahrt noch einmal in Ruhe ein paar Momente vor dem Gateway of India und dem beeindruckenden Taj Mahal Palace Hotel einfangen. Von dort aus könnte man auch noch zur Insel Elepanta reisen. Diese 10 km vor Mumbai gelegene Insel bietet allerlei Höhlen, die der Verehrung des hinduistischen Gottes Shiva dienen. Aber was will man auf einer Elefanteninsel, wenn die Dickhäuter schon in Thailand eleflantionär aufgetreten sind. Daher sparten wir uns diese Reise und beließen es bei einem Besuch der Marina.

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Nachdem wir unsere Fotos geschossen hatten, kam plötzlich einer der vielen gewerblichen Fotografen auf Jorina zu und wollte sie in Pose bringen. Sie verwies auf mich und teilte freundlich mit, dass wir selbst eine Kamera haben. Der Fotograf ließ jedoch nicht locker und erklärte, dass sie nichts zahlen müsse. Irgendwann begriffen wir langsam, was es mit der ganzen Situation auf sich hatte. Einer der indischen Touris wollte schlichtweg ein Bild mit Jorina – hier in Indien eine europäische Exotin – haben. Da man sowieso nicht daran vorbei kam, posierte sie artig. Nachdem das Bild im Kasten war, kamen jedoch immer mehr Leute an, die dann auch noch wollten, dass ich mit aufs Foto komme. Irgendwann war es sogar so, das ganze Familien samt Oma und Opa Bilder mit uns machen wollten. Man fragte noch wo wir herkämen und freute sich einen Ast ab, dass man ein Bild mit uns hatte. Im nachfolgenden Bild sieht man eine dieser für uns völlig irrealen Situationen (in der Mitte der indische Michael Jackson, seines Zeichens der Initiator der ganzen Chose):
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Danach ging es mit dem Bus zu den Hanging Gardens (heute Mehta Gardens). Aufgrund des großen Trubels mit ständig hupenden Autos eine wirkliche nette Abwechslung im Großstadtdschungel. Man hat zwar schon schönere Parkanlagen gesehen, nett war es trotzdem. Vorallem die vielen schönen Schmetterlinge haben es uns angetan.

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Danach ging es auf die andere Straßenseite, von wo man aus einen schönen Blick auf den Chowpatty Beach hat.
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Zu Fuß ging es dann ein paar Meter bergab zu einem kleinen Tempel.

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Anschließend setzten wir uns in den Bus Richtung Crawford Market. Kurz nach der Bushaltestelle stärkten wir uns mit etwas landestypisch Frittierten mit Masala im Brötchen und frisch gepressten Früchtesäften, in denen man noch super leckere Fruchtstückchen inklusive hatte.

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Neben dem Crawford Market gab es noch einen für Kleidung, Tiere und Obst. Jorina durfte sogar im Sari modeln.

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Arme kleine Buffyklone… 😦

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Auf dem Rückweg aßen wir noch einmal etwas leckeres und schlenderten dann an dem nun beleuchteten Gateway of India Richtung Hotel, von wo wir mit dem zuvor auf 500 Rupien ausgehandelten Taxi zum Flughafen fuhren.

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Nach einem sehr schläfrigen Flug nach Abu Dhabi folgte noch ein sehr amüsanter nach Düsseldorf (siehe die super Songauswahl, Jorina: wuhuu KÖLLEEEE), wo uns eine affenstarke Überraschung bevorstand.
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Obwohl wir den goldenen Colt nicht finden konnten, ist die Mission auf jeden Fall erfolgreich verlaufen und wir haben viele spannende Abenteuer erlebt. Das Beste waren jedoch nicht die einzigartigen Erfahrungen selbst, sondern, dass ich diese mit einem ganz besonderen Menschen teilen durfte. Denn Glück ist wahrhaftig das einzige, was sich verdoppelt, wenn man es teilt. (Anmerkung von Jorina: Mit Timo macht halt alles mehr Spaß 😛 ) Und diese tollen Momente in Asien machen einen wirklich glücklich. Daher wird es wahrscheinlich auch im nächsten Jahr eine Fortsetzung in dieser Ecke der Welt geben. Der Norden Thailands ist von uns ja noch nahezu unberührt und Kambodscha sowie Vietnam sollen auch ganz schön sein, wie man so hörte. Oder wird es doch Myanmar? Man weiß es nicht…

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Hier ist dann erst einmal Schluss; wir hoffen Ihr hattet reichlich Spaß beim Lesen und freuen uns, wenn Ihr das nächste Mal wieder dabei seid.

Cheers & Cheese✌
Jorina und Timo

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